Schatzsucherin im Fjell
Minna Jakosuo ist Wanderführerin aus Utsjoki und hat sich auf Wildnisgebiete und wegloses Gelände spezialisiert. Sie verbringt rund hundert Nächte im Jahr im Zelt und wandert zu allen Jahreszeiten. Minna möchte die Hemmschwelle senken, in die Natur hinauszugehen, und zeigen, dass jeder zurechtkommt, wenn Einstellung und Ausrüstung stimmen. Hier erzählt sie selbst, wie aus einem Mädchen von einem Bauernhof in Savo eine Wanderführerin im Fjell wurde und welche Schichten sie in die Wildnis begleiten.

Freebird
Von einem Bauernhof in Savo nach Utsjoki
Meine Kindheit habe ich in Savo auf einem Bauernhof verbracht. Ich war viel draußen, aber das war Alltag und kein Wandern. Trotzdem glaube ich, dass dort der Grundstein dafür liegt, dass ich mich in der Natur so wohlfühle.
Das Wandern habe ich erst 2010 entdeckt, als ich eine Wildnisführerschule besuchte. Meine erste richtige Wanderung im Norden hat mich sofort gepackt.
„Ich habe sofort beschlossen, dass ich das machen will, solange mich meine Beine tragen.“
Meine wichtigste Aktivität ist das Wandern: im Sommer zu Fuß und im Winter auf Skiern mit der Pulka im Schlepptau. Die Natur des Nordens zog uns so stark an, dass wir 2025 nach Utsjoki gezogen sind, in die nördlichste Gemeinde Finnlands. Seit dem Umzug habe ich mein altes Hobby, das Angeln, wiederbelebt und mich für Vogelbeobachtung begeistert. In der Natur erkunde ich auch gern kleine Details wie Fjellpflanzen, Flechten und Steine. Ich denke oft, dass ich ein bisschen wie Pippi Langstrumpf bin, die ständig nach Schätzen sucht. Pippi war mein Leben lang ein großes Vorbild.
Von der Haustür in die Wildnis
Draußen unterwegs zu sein, ist für mich nicht nur Beruf, sondern auch Leidenschaft. Ich leite beruflich Wanderungen und bringe angehenden Wildnisführerinnen und -führern bei, wie man sie leitet.
„Wir ziehen nie los, um die Natur zu besiegen, sondern um ein Teil von ihr zu sein.“
In meiner Freizeit genieße ich Tagestouren auf die nahen Fjells genauso wie Touren mit zwei oder drei Übernachtungen. In Utsjoki kann ich nachsehen, wie das Wetter ist, den Rucksack packen und direkt von der Haustür in die Wildnis von Paistunturi oder Kaldoaivi aufbrechen.
Ich bin unterwegs, wie es mir die Stimmung und die Jahreszeit sagen. Oft zieht es mich ins offene Fjell, weil mein Kopf in der Weite am schnellsten frei wird. Manchmal locken auch die üppigen Flusstäler. Am liebsten beobachte ich einfach die Natur. Ich gehe in ruhigem Tempo und genieße, was ich sehe – Heldentaten sind nicht mein Ziel.
Das Beste ist, dass man auf jeder Tour etwas Neues lernt. Neben Artenkenntnis und dem Lesen des Geländes habe ich Demut gelernt, denn die Natur ist nie ganz vorhersehbar. Man muss die Bedingungen ständig deuten und Pläne bei Bedarf ändern.

Ein Monat im Fjellwind
Mein schönstes Tourenerlebnis ist eine einmonatige Solowanderung durch die Wildnisgebiete Kaldoaivi und Paistunturi im Jahr 2015. Ich steckte mit Anfang vierzig in einer Krise und wollte meine Gedanken vom Fjellwind ordnen lassen. Meine Beziehung zur Natur wurde stärker: Die Natur kümmert sich um mich, wenn ich mich um sie kümmere.
„Auf dieser Tour habe ich zum ersten Mal völlige Stille gehört und verstanden, dass ich immer angekommen bin, wenn ich im Fjell bin.“
Ich träume davon, auch mit 70 oder 80 noch zu wandern. Jeden Herbst leite ich auch eine Wanderung für Seniorinnen und Senioren, und die über 70-Jährigen, die dabei waren, sind meine Vorbilder. Mit Sisu und der richtigen Einstellung kommt man weit! Man sollte Dinge nie als unmöglich oder zu mühsam sehen, sondern überlegen, wie man Schwierigkeiten überwindet.
Minnas Schichten für hundert Nächte im Zelt
Was ist das beste Produkt von Svala und warum?
Minna: „Das beste Produkt von Svala auszuwählen, ist schwer. Ohne Airbase verlasse ich kaum noch das Haus. Wenn ich darin unterwegs bin, fühlt sich Schweiß nicht wie Schweiß an! Es ist hauchleicht, trocknet im Nu, fängt nicht an zu riechen und wärmt unglaublich gut.“
Was war dein schlimmster Kleidungsfehler und dein denkwürdigster Erfolg?
Minna: „Früher habe ich den Winter gehasst, aber dass ich ständig gefroren habe, lag an Unwissenheit. Ich habe bei Frost zwar mehrere Schichten getragen, aber zu eng und aus dem falschen Material. Wenn ich bei kaltem Wetter draußen gewesen war, bekam ich auf der Haut der Oberschenkel nesselsuchtartige Quaddeln. Kam ich wieder ins Warme, brannte die Haut wie Feuer. Damals sagte ich, ich sei allergisch gegen Kälte. Als ich gelernt hatte, mich richtig anzuziehen, wurde aus der einstigen Winterhasserin eine Winterliebhaberin! Im Winter 2025–2026 zum Beispiel hielten sich in Utsjoki wochenlang −30 bis −35 °C, und ich war ohne Probleme auf Skitouren im Fjell unterwegs. Wenn man hier lebt, braucht man auch im Alltag etwas robustere Kleidung!“
Welche Tipps hast du zum Zwiebelprinzip beim Wandern?
Minna: „Zieh im Winter zuerst das Mesh-Shirt an und erst darüber den BH. So lässt dich ein BH, der beim Gehen feucht vom Schweiß wird, in den Pausen nicht frieren, und er trocknet am Körper schneller. Bei Frost kannst du im BH außerdem gut einen Schokoriegel oder ein Brot für die nächste Pause verstauen. Die Körperwärme sorgt dafür, dass nichts gefriert.“
„Auf Sommer- und Herbstwanderungen, wenn es unter 10 °C hat, ziehe ich zuerst die lange Mesh-Unterhose an, bei Bedarf Merino-Boxershorts dazwischen und dann die Wanderhose. Oben kommt über das Mesh-Shirt der Alpha-Hoodie und darüber eine Windjacke. Nachts trage ich die Hose meines Merino-Sets und bei Bedarf Merino-Boxershorts darüber. Die Oberteile sind dieselben wie beim Gehen.“
„Über 10 °C trage ich ein Mesh-T-Shirt, eine kurze Mesh-Unterhose, eine leichte Wanderhose, den Alpha-Hoodie und bei Bedarf eine Windjacke. Nachts trage ich die lange Mesh-Unterhose meines Mesh-Sets, und die Oberteile sind dieselben wie tagsüber.“
Minna ist Freebird und teilt in der Svala-Community ihre besten Tipps für Kleidung, die unter anspruchsvollen Bedingungen funktioniert.
Svala For freebirds.
Svala-Freebird-Kooperation
Wir arbeiten mit Minna Jakosuo im Rahmen einer kommerziellen Kooperation zusammen. Sie testet Svala-Produkte und berichtet in eigenen Worten über ihre Erfahrungen.





































